Im Jahr 2000 legte Ridley Scott mit „Gladiator“ eine epochale Renaissance des Sandalenfilms hin. Erzählt wurde die Geschichte des römischen Feldherrn Maximus Decimus Meridius (Russell Crowe), treuer Anhänger des Kaisers Marc Aurel. Verraten durch dessen Sohn, in Sklaverei geraten und an eine Gladiatorenschule verkauft. In der Arena kämpft Maximus nun um sein Leben und seine Rache.

Eigentlich sollte der Film das antike Rom, so wie es wirklich war, zeigen. Doch noch während des Drehs kündigte einer der historischen Berater, und einer wollte schlussendlich nicht mehr im Abspann genannt werden. Nun ja.

Hier also zehn Punkte, in denen „Gladiator“ einfach mal auf historische Korrektheit gepfiffen hat:

Historische Filme, historisch korrekt? Faktencheck Gladiator1.) als Commodus nach Rom zurückkehrt, wird er innerhalb der Stadt auf einem riesigen Platz willkommen geheißen. Ein solcher Platz existierte innerhalb der Mauern von Rom nicht.

2.) dass Marc Aurel für seine Thronfolge seinen leiblichen Sohn übergangen und einen nicht blutsverwandten Feldherren begünstigt hätte, ist nicht nur unkorrekt, sondern auch unrealistisch. In Wahrheit wurde Commodus bereits fünfjährig zum offiziellen Thronfolger erklärt und war bei Marc Aurels Tod schon seit drei Jahren Mitherrscher.

3.) Commodus hat seinen Vater nicht ermordet, denn Marc Aurel starb an der Pest.

4.) Anders als zu Beginn von „Gladiator“ behauptet, hat Rom „ganz Germanien“ niemals erobert. Auch wurde Rom nicht, wie von Marc Aurel behauptet, als Republik gegründet.

5.) Das Kolosseum trug diesen Namen zur Zeit, in der der Film spielt, noch nicht. Dieser Name kann erst ab dem 8. Jahrhundert belegt werden.

6.) Ausrüstung und Kleidung entstammen in  „Gladiator“ zu einem großen Teil der Fantasie oder anderen Epochen. Die Gladiatoren tragen Rüstungen unterschiedlicher Epochen und Waffen aus dem Mittelalter, Maximus‘ Helm ist ein Fantasiegebilde, die Germanen scheinen sich bei der Kleidung der Steinzeit bedient zu haben und der Thron des Commodus ist eine Kopie des Throns von Napoleon.

7.) Auch wenn der historische Commodus sich gelegentlich als Gladiator versuchte: er starb nicht in der Arena, sondern im Bad, wo er von dem Ringer Narcissus erwürgt wurde.

8.) Der Name Maximus Decimus Meridius sollte vorrangig gut klingen und war von der römischen Namensgebung her kompletter Unsinn. Die korrekte Reihenfolge wäre Decimus Meridius Maximus.

9.) In der Schlacht gegen die Germanen in  „Gladiator“ hat Maximus einen deutschen Schäferhund dabei – mehr als 1600 Jahre, bevor das erste Exemplar gezüchtet wurde.

10.) Die berühmte Geste mit Daumen rauf/Daumen runter, mit der der Imperator angeblich das Schicksal des unterlegenen Gladiators entschied, hat es historisch in dieser Art und Weise nie gegeben.




4 Comments

Anette · 8. Dezember 2015 at 14:58

Ich fand den Film auch abgesehen von dem ganzen historischen Unsinn ziemlich sch…
Ridley Scott und ich werden keine Freunde. 😉

Martin · 13. Oktober 2016 at 20:14

Hätte ich schlimmer erwartet.

Ck · 6. Dezember 2016 at 22:24

Hallo,
Die Nummer 10. stimmt sehr wohl 🙂

    StefanieNorden · 6. Dezember 2016 at 23:43

    Aha? Quelle? 🙂

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