2012 fand ein weiterer Musicalklassiker seinen Weg auf die große Leinwand: „Les Miserables“ wurde in einer zweieinhalbstündigen Bombastproduktion mit Hugh Jackman, Russell Crowe, Anne Hathaway, Amanda Seyfried und zahlreichen weiteren Stars zum cineastischen Leben erweckt. Natürlich gibt es viele, denen „Les Miserables“ schon von der Bühne her in Fleisch und Blut übergegangen ist, doch der Film dürfte ein ganz neues Publikum auf das Werk inspiriert von einem Roman des 19. Jahrhunderts aufmerksam gemacht haben. Hier sind 10 Dinge, die Ihr vielleicht noch nicht über „Les Miserables“ wusstet:

1.) Colm Wilkinson, der den Bischof von Digne verkörpert, spielte Jean Valjean in der Bühnenversion des Stückes bei dessen Uraufführung im Jahr 1985.

2.) Gavroche ist Éponines Bruder. Als die Thenadiers mit „Master of the House“ vorgestellt werden, sieht man, wie sie jemandem die Tasche stehlen und diese mit einer Tasche mit einem Baby darin vertauschen. Dieses Baby ist Gavroche, und obwohl dieser Umstand im Musical nicht vorkommt, trägt der Regisseur dem Rechnung, dass es im Roman vorkommt.

3.) Die Schauspieler sangen live während des Drehs, die Lieder wurden nicht vorab aufgenommen, wie es sonst üblich ist. Sie trugen Ohrstecker, durch die ein live gespieltes Piano ihnen bei der Tonlage half und das sich sogar dem Takt und der Geschwindigkeit der Schauspieler anpasste.

4.) Wegen den Anforderungen des täglichen Gesangs wurde für alle Schauspieler ein striktes Alkoholverbot verhängt. Besonders Russell Crowe und Amanda Seyfried fiel dies schwer. Nach Ende der Dreharbeiten schenkte Crowe Seyfried eine Flasche Whiskey.

5.) Anne Hathaway verlor 25, Hugh Jackman sogar 30 Pfund für ihre Rollen. Um möglichst ausgezehrt auszusehen, verzichtete Jackman vor dem Dreh der Auftaktszene, die ihn als Gefangener zeigt, 36 Stunden aufs Trinken. Hathaway verweigerte stets genaue Angaben, wie sie das Gewicht verlor, da es laut eigener Aussage sehr ungesund war und sie jungen Frauen damit kein Vorbild sein wollte.

6.) Die Haare, die Fantine sich abkaufen und abschneiden ließ, waren Anne Hathaways echte Haare. Sie trug nach dem Film eine Kurzhaarfrisur, die sie bis heute behalten hat.

7.) Das sargähnliche Bett, in dem Fantine ihren ersten Kunden hat, wurde in der Tat zu jener Zeit von armen Leuten verwendet, da es vor der Kälte schützte. Wer wohlhabender war, benutzte Bettvorhänge.Illustration des Romans "Les Miserables", die Cosette zeigt

8.) Victor Hugo, der Autor des zugrundliegenden Romans „Die Elenden„, 1862 veröffentlicht, hatte die Idee zu dem Charakter Fantine, als er beobachtete, wie ein Mann einer Prostituierten Avancen machte, die ihn abwies. Als er sie daraufhin angriff, wehrte sie sich, und der Mann rief die Polizei, woraufhin die Prostituierte verhaftet werden sollte. Hugo, der bereits relativ bekannt war, schritt zugunsten der Prostituierten ein und bewirkte ihre Freilassung.

9.) Laut Roman ist der Name Cosette nur ein Kosename, den Fantine ihrer Tochter gegeben hat. Der wahre Name des Mädchens lautet Euphrasie.

10.) In einer Szene, die es nicht in die Filmfassung geschafft hat, sollte Fantines Leiche aus dem Fenster auf einen Leichenkarren geworfen werden. Anne Hathaway wollte diesen Stunt partout selbst drehen, doch der Regisseur und die Produzenten waren ganz und gar nicht damit einverstanden, dass sie dieses Risiko eingeht. Hathaway überzeugt sie schließlich mit der Aussage: „Bringt mich nicht dazu, es zu sagen… Leute, ich bin Catwoman!“


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