Es ist passiert: Being Human UK (also die Originalversion aus England, nicht zu verwechseln mit dem amerikanischen Cover-Müll) hat seinen Weg ins deutsche Pay-TV, zu Pro 7 Fun, gefunden. Jeden Sonntag können Vampirfans sich nun drei Folgen am Stück der Supernatural-Dramedy aus dem Vereinten Königreich im Originalton mit Untertiteln anschauen.

Zur Feier des Anlasses habe ich mir überlegt: Warum gefällt mir Being Human UK so gut? Was hat sie anderen Vampirserien voraus? Dann fielen mir aus dem Stehgreif 4 Punkte ein, die ich gern mit Euch in einem höchst persönlichem und subjektiven Statement teilen möchte:

 

Keine nervende weibliche Hauptrolle

Gott, wie häufig hatte ich den Wunsch, den Sookies, Elenas und Bellas dieser TV- und Kino-Welt ihre Kuhaugen zu zerkratzen… Diese weiblichen Zentren des jeweiligen Universums, um die sich sämtliche männliche Aufmerksamkeit drehen musste, und die sich permanent zwischen zickig, neurotisch, leidend und überfordert bewegten. Bella war da ja der unerträgliche Prototyp, und ich möchte festhalten, dass ich nur einen einzigen Twilight-Film ertragen habe (Update: Nur für Euch habe ich das geändert). Sogar True Bloods Sookie, aus einer Serie, die ich wirklich gern sehe, fällt in diese Kategorie.

Being Human erspart uns diese nervtötende weibliche Figur dankenswerterweise. Ja, es gibt Annie. Aber Annie hat weder diesen Stempel „Beachtet und verehrt mich“ auf der Stirn noch leidet sie an 24-stündigem Selbstmitleid. Außerdem ist sie tot. Aber naja, das muss ja allein kein Hindernis sein.

Keine niedlichen Glitzervampire

Man hat es vielleicht schon bemerkt: Twilight steht nicht unbedingt auf meiner Favoritenliste. Ein großer Grund, warum das so ist: Ich bin durch die Anne-Rice-Vampirmythologie geprägt. Vampire sind tragische, monströse Gestalten, die sich immer und immer weiter in ihrer Natur verlieren und ihrem Drang, grausame, schreckliche Dinge zu tun, nicht widerstehen können. Wenn ich dann sehe, dass daraus Dackelaugen, weißes Make-up in dicken Schichten, High-School-Schmollerei und verdammtes GLITZERN in der Sonne wird, wird mir ganz anders.

Being Human UK schafft da einen spannenden Spagat. Die Vampire können sich hier recht gut unter Menschen bewegen, und Mitchell versucht sogar, ganz wie einer zu leben. Und trotz dieser geringen Distanz zur Menschheit, trotz der Fähigkeit, zu essen, Sex zu haben und ins Sonnenlicht zu gehen, sind diese Vampire eins nicht: Menschen. Während die meisten Vampire sich in ihrem Wesen als untote Killer ergehen, gibt es solche wie Mitchell, die dem Töten entsagen wollen. Es schwächt ihn, und es quält ihn, und ganz kann er dem Durst nie entgehen. Für weinerliches Selbstmitleid ist da kein Platz.

Being Human UK: Nahe an der Realität

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Irish actor Aidan Turner, by Kenny Ho – William Morris Endeavor Agency, under CC BY-SA 3.0

Es mag vielleicht an der britischen TV-Schule generell liegen, und daran, dass die US-Serien gerne mal mit der großen Kelle in Dramatik und Plot langen. Der Realismus bleibt dann hinter plakativem Übertreiben auf der Strecke. Und auch wenn ich nicht damit rechne, in meiner Nachbarschaft eine WG aus Vampir, Geist und Werwolf zu finden, mag ich es, wenn die Figuren handeln, sodass ich es nachvollziehen kann. Es muss irgendwie Sinn machen, und sei es nur in ihrer eigenen Weltanschauung. Könnten diese Personen auch real sein, fühle ich zumindest viel mehr mit.

Aidan Turner

Keine weiteren Worte vonnöten.


1 Comment

Ulrike · 17. Juli 2018 at 22:37

Durch Zufall gefunden – in allen Punkten Zustimmung. Nur eins zum US-Ableger: Die Drehbücher sind vom Autor der Originalserie. Ich find‘ den amerikanischen Aufguss nicht unbedingt schlechter, aber anders und vor allem eins: Zu lang.

Die Handlung ist eine ganz andere. Aber wenn ich ehrlich bin, bevorzuge ich die BBC-Originalfassung wegen des teilweise echt schwarzen Humors. Und wegen Aidan Turner. Deshalb habe ich mir die UK-Serie auch gekauft.

Die US-Serie würde ich nicht kaufen, aber aus der Bücherei ausleihen.

LG
Ulrike

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