Das Filmprogramm hatte „Troja“ im Angebot. Ein weiterer der großen historischen Hollywood-Blockbuster der letzten Jahre. Ich haderte mit mir: Faktencheck oder „10 Dinge“? Faktencheck bei einem Stoff, von dem noch nicht einmal geklärt ist, ob das Werk, dem er entstammt, nämlich Homers Ilias, Wahrheit oder Fiktion ist – das ist eine Herausforderung, der ich mich lieber wann anders stelle.

Über den Film an sich lässt sich trefflich streiten, und ich selbst war irritiert, als ich hörte, der Regisseur wollte Helena ursprünglich gar nicht im Film auftauchen lassen. „Lass uns Troja angreifen!“ „Warum noch gleich?“ „Keine Ahnung!“. Wie auch immer, ein Film, der lose auf einem antiken Werk basiert, und Brad Pitt hat sich als Vorbild für seinen Körperbau griechische Statuen erwählt. So falsch kann’s also nicht sein. 10 Dinge, die ich von „Troja“ gelernt habe:
10 Dinge, die ich von "Troja" gelernt habe
1.) In trojanischen Paraden gibt es moderne, aus Metall gefertigte Sonnenschirme.

2.) In Troja ist der Lauf der Gestirne auf den Kopf gestellt. Obwohl Troja im Osten gar kein Meer hat, hat es regelmäßig schöne Sonnenaufgänge über selbigem.

3.) Lamas haben extra die weite Reise aus Südamerika gemacht, um in der Türkei 1200 v. Chr., wo sie überhaupt nicht vorkommen, durchs Gedränge geführt zu werden.

4.) Trojanische Helme sehen, wenn man drinsteckt, ganz anders aus als von außen. Der Nasenschutz wird dann unsichtbar.

5.) Mit einem riesigen Hammer, der eigentlich viel zu groß ist, um ihn mit einer Hand zu führen, kann man Pferde umhauen. Aber ein Schwert aus der Bronzezeit kann ihn parieren.

6.) Die Ebene vor den Toren Trojas reinigt sich magisch selbst. Als Achilles zu seinem Duell mit Hector reitet, findet sich im hellen Sand nicht eine Spur der zuvor stattgefundenen Schlacht. Keine Blutspritzer, keine Gehirnmasse, kein Nichts. Kann man das auch in der Wohnung verlegen?

7.) Für Totenriten kann man auch schon mal drüber hinweg sehen, dass Münzen noch gar nicht erfunden waren.

8.) Der Weicheiprinz Paris schafft es problemlos, keine Miene zu verziehen, während Helena ihrer Zeit 1000 Jahre voraus ist und seine Wunde näht.

9.) Der Palast von Troja, der bei der Ankunft der Prinzen nebst Helena noch über der Stadt thronte, hat sich aus Scham versteckt, als Odysseus den Scheiterhaufen von Achilles anzündete.

10.) Unglaublich, aber wahr: Sean Bean muss nicht in jedem Film sterben.



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5 Comments

SBK Giessen · 28. April 2014 at 10:14

hehe, Sie haben recht, erst jetzt sehe ich wie viel falsch gemacht ist 🙂

StefanieNorden · 6. Mai 2014 at 16:09

Erst jetzt? 😉

mellissa · 24. Juli 2014 at 14:38

Der Film ist zwar gut für die jenen die überhaupt nichts über die Geschichte Trojas wissen, aber wer mit dieser Geschichte bekannt ist der weiß das es nicht professionell gefilmt wurde.

Lilly · 14. August 2014 at 10:32

Es ist normal das Fehler gemacht werden, aber andererseits wurden in diesen Film Millionen investiert. Sollte eigentlich professioneller gemacht werden. Das Publikum ist Schuld. In letzter Zeit gibt es viele Filme über die griechische Mytologie. Menschen gehen sich das nur wegen 3D und den Effekten anschauen, die meisten haben keine Ahnung was sie gucken. Oh Mensch, wir werden dümmer und dümmer.

Andreas · 5. September 2016 at 21:35

Dass der Nasenschutz(Nasal)aus dem Sichtfeld des Trägers weitestgehend verschwindet ist vollkommen korrekt.
Falls man selbst keinen Helm zu Hause hat kann man das ganz einfach mit ein bis zwei Fingern die man sich vor die Nase hält nachvollziehen.
Je nach Position der Augen und Breite des Nasals kann es sein dass man noch ein „durchsichtiges“ Nasal sieht.
Möglicherweise musste beim Dreh etwas geschummelt werden um diesen Effekt mit der Kamera einzufangen. Es kann also sein dass die Innenansicht tatsächlich mit einer Requisite ohne bzw. mit verkümmertem Nasal gedreht wurde. Aber wie gesagt, das Bild kommt dem was man tatsächlich beim Tragen eines Helme sehen würde sehr nahe.
Jedenfalls näher als wenn man einen vollständigen Nasenschutz sehen würde.

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