Historisch korrekt? Faktencheck „Braveheart“

Hollywood hat Geschichte schon längst als Quell für Stories entdeckt und versorgt uns regelmäßig mit bewegten Bildern, die die Vergangenheit darstellen sollen.

Doch was ist wirklich Fakt und was ist „künstlerische Freiheit“? In dieser Reihe will ich mich mit historischen Filmen befassen und kurz und auf dem Punkt 10 Dinge nennen, bei dem der jeweilige Film es mit der historischen Wahrheit nicht so genau genommen hat.

Den Anfang macht „Braveheart“, Mel Gibsons Denkmal des schottischen Freiheitskämpfers William Wallace, das 1995 den Auftakt der Geschichtsfilmwelle der „Neuzeit“ bildete. Hierbei muss man sagen: So gut wie alles an diesem Film ist historisch inkorrekt. Für die komplexen politischen Zusammenhänge, die  „Braveheart“ nicht oder stark verändert wiedergegeben hat, möge man Wikipedia bemühen; ich will mich hier auf die etwas kurios-interessanteren Punkte, bei denen „Braveheart“ die historische Realität ignorierte, konzentrieren.

 

Historisch korrekt? Faktencheck Braveheart

 

Faktencheck Braveheart

Historisch korrekt? Faktencheck Braveheart1.) William Wallace stammte keineswegs aus bäuerlichen Verhältnissen. Seine Familie besaß Land und gehörte zur Gefolgschaft der Stuarts.

2.) Dass William Wallace eine Ehefrau hatte, ist historisch nicht beweisbar. Mehrere Jahrhunderte nach Wallaces Tod gab eine schottische Adelsfamilie eine Niederschrift in Auftrag, die sie als Nachfahren von Wallace benannten – und dazu war nötig, eine Ehefrau – wahrscheinlich – hinzuzudichten.

 

3.) Erst fast 300 Jahre nach William Wallaces Lebzeiten wurde der Kilt in Schottland erstmalig erwähnt. Die blaue Gesichtsbemalung hingegen war bereits seit 1.000 Jahren out.

4.) Das sogenannte „Ius Primae Noctis“ (Recht der ersten Nacht), bei dem angeblich der Lehnsherr das Recht hat, einer auf seinem Land niedriggeborenen Jungfer die Unschuld zu rauben, ist seit „Braveheart“ in aller Munde gewesen. Doch ob es dieses Recht je wirklich irgendwann oder irgendwo gegeben hat, ist ungeklärt.

5.) William Wallace hat den Thronanspruch von Robert the Bruce nie unterstützt. In Wahrheit war Wallace auf der Seite des abgesetzten Schottenkönigs John Balliol.

6.) Das in „Braveheart“ verwendete englische Wappen enthält drei Lilien als Verdeutlichung des englischen Anspruchs auf den Thron Frankreichs. In Wahrheit wurde dieser Anspruch erst von Edward III. geäußert und löste den Hundertjährigen Krieg aus – mehr als 30 Jahre nach William Wallaces Tod.

7.) Die Affäre zwischen William Wallace und der französischen Prinzessin Isabelle ist frei erfunden. Isabelle, die mindestens 22 Jahre jünger als Wallace war, kam erst drei Jahre nach dessen Hinrichtung nach England. Entsprechend kann auch ihr ungeborener Sohn nicht von Wallace gezeugt worden sein, denn besagter Sohn, der spätere Edward III., kam erst sieben Jahre nach Wallaces Hinrichtung zur Welt.

8.) Edward I. von England, mag er auch kein Freund der Schotten und sicher auch ein harter, skrupelloser König gewesen sein, wurde als Filmbösewicht in „Braveheart“ übertrieben dargestellt. Er liebte Gedichte und Harfenmusik, und als sehr religiöser Mann förderte er die Wohltätigkeit.

9.) Edward I. starb zwei Jahre nachdem William Wallace hingerichtet worden war, nicht gleichzeitig.

10.) Robert the Bruce wechselte nicht nur einmal, sondern gleich mehrfach die Seiten zwischen den Schotten und den Engländern, doch direkt verraten hat er William Wallace nie. Auch ist es unwahrscheinlich, dass er bei der Schlacht von Falkirk auf Seiten der Engländer kämpfte.

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