Vom Straßenräuber zur Legende: Dick Turpin alias John Palmer, der 1739 in York am Galgen starb, verurteilt wegen Pferdediebstahl, wurde in Rekordzeit der Held zahlreicher Legenden und Geschichten aller folgenden Jahrhunderte. Das erste Werk, das bereits sehr frei mit Fakten und Fiktion umging, erschien noch in seinem Todesjahr. Während Dick Turpin in Deutschland nahezu unbekannt ist, so spielt er in britischen Balladen, Theaterstücken und Filmen eine große Rolle.

Aus dem Kriminellen, der zahlreiche brutale Raubüberfälle und mutmaßlich auch zwei Morde begangen hat, wurde in der Folklore ein Robin Hood-ähnlicher, romantisierter Gentleman-Räuber. Ein Bild, das letztendlich nur sehr wenig mit der Realität zu tun hat.

Horrible Histories Songs – Dick Turpin – CBBC

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Richard Turpin, getauft 1705, arbeitete in jungen Jahren zunächst als Metzger, mit gelegentlicher Wilderei als Nebenverdienst. So kam er in Kontakt mit der Gregory-Räuberbande, bei denen er seine Verbrecherkarriere begann. Nachdem die Bande aufflog, wurde er ein sogenannter Highwayman, ein Straßenräuber, der, meist zu Pferd, Reisende mit Waffengewalt um ihre Wertsachen erleichterte. Dick Turpin tauchte unter falschem Namen, John Palmer, in York unter, doch eine unerwartete Wendung ließ ihn letztendlich doch in die Fänge der Justiz geraten.

Der Song sowie das Video sind angelehnt an Adam Ants „Stand and deliver“, was ebenfalls von der Turpin-Legende inspiriert wurde. Hier wird elegant mit dem Widerspruch gespielt, dass zum einen die Romantisierung Dick Turpins bemängelt wird, zum anderen jedoch das Video optisch genau jene Idealisierung des Highwayman aufgreift.

Und zudem bekommt man das Lied nicht so schnell wieder aus dem Ohr.

Wikipedia (engl.): Dick Turpin

 


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