Warum jeder „Doctor Who“ eine Chance geben sollte

Doctor Who hat auch bei mir eine Weile gebraucht, um mich zum Einschalten zu bewegen. Während schon ein stetig zunehmender Teil meines Bekanntenkreises von dieser eigentümlichen Serie schwärmte, war ich noch immer unwissend. Worum geht’s? Raumschiffe? Aliens? Zeitreisen? Ich mag kein SciFi. Ich guck was anderes.

 

Mein Weg zu Doctor Who

Warum jeder "Doctor Who" eine Chance geben sollte

The current TARDIS prop used since 2010. by Babbel1996, under CC BY-SA 2.5, Title and Blog URL added.

Doch irgendwann wurde ich doch neugierig. Ich mag England, ich mag englische Serien – wie kann man dann Doctor Who nicht zumindest mal gesehen haben? Ich schaltete also bei Sky rein, die gerade die 7. Staffel zeigten. Ich verstand erst einmal nur Bahnhof, und die Daleks, oh mein Gott, die Daleks? Bin ich hier bei Raumschiff Orion gelandet? Aber irgendwie war meine Neugier trotzdem geweckt. Es war so lustig kurios, und bereits in wenigen Folgen erkannte ich die Hälfte der Schauspieler aus anderen britischen Serien wieder. Mein nächster Weg führte also zu Maxdome* und zu Beginn von Staffel 1 (Staffel 1 der Neuauflegung von 2005, wohlgemerkt, zum Hardcorefan fehlt also noch was). Was soll ich sagen – die nächsten Wochen verbrachten wir mit sieben Staffeln Doctor Who und waren konvertiert.

Ich sage nicht, dass jedem Doctor Who gefallen wird, und erst recht nicht, sobald man nur eine aus dem Zusammenhang gerissene Folge gesehen hat. Aber hier sind meine Gründe, warum jeder einmal Doctor Who eine Chance geben sollte, zu überzeugen:

 

Herrlich eigentümlich

Worum geht es eigentlich? Der Doktor (Doctor Who ist eine häufig gehörte Rückfrage, wenn er sich nur als „der Doktor“ vorstellt) ist ein Alien der (eigentlich) ausgerottenen Spezies der Timelords. Er reist in seiner Zeitmaschine namens TARDIS (Time And Relative Dimensions In Space), die das Aussehen einer blauen Polizei-Notrufzelle hat und innen größer ist als außen. Ganz klar. Hin und wieder regeneriert er und sieht anschließend anders aus. Meistens dann, wenn der Schauspieler wechselt. Der Doktor reist, mit wechselnder menschlicher Begleitung, durch Zeit und Raum und rettet Leben, Völker, Planeten, Galaxien. Klingt komisch? Ist es auch. Und das ist gut so.

 

Herrlich britisch


Die ursprüngliche Doctor Who-Serie flimmerte bereits ab 1963 über britische Bildschirme und erhielt dafür sogar einen Eintrag ins Guinnessbuch der Rekorde. Die Serie ist Teil der britischen Popkultur und hatte Einfluss auf zahlreiche Film- und TV-Macher. Sie ist einfach unglaublich britisch, und das spiegelt sich meiner Ansicht nach am deutlichsten in der Besetzung des Doktors wieder: Jeder einzelne ein britisches Charaktergesicht (mitsamt Akzent), manche weniger, manche mehr.

 

Herrlich altmodisch

Die Doctor Who-Ursprünge in den 1960ern lassen sich nicht verleugnen. Die Daleks sehen aus wie… keine Ahnung, und die Tastatur in der TARDIS ist eine altmodische Schreibmaschine. Viele technische Dinge haben noch immer den Hauch von Low-Budget-SciFi der 60er Jahre. Und auch, wenn man das eigentlich blöd findet: Ich bin der festen Überzeugung, dass Doctor Who ein Großteil seines besonderen Etwas verlieren würde, wäre alle Technik in blitzender, moderner Chromoptik.

 

Herrlich komisch

Doctor Who ist einfach zum Totlachen. Es ist u.a. dieser Humor, der der Serie vermutlich zu ihrem Kultstatus verholfen hat. Der Doktor, in all seinen verschiedenen Gestalten, ist mehr oder weniger überfordert mit der derzeitigen Erde, ihren Werten sowie seinen Begleitern und anderen Menschen. Er sieht aus wie ein Mensch, aber eigentlich ist er keiner, und Menschen und ihre Angewohnheiten verwundern ihn ein ums andere Mal. Und teilweise blitzt auch durch, dass er die Menschen eigentlich für recht dumm hält…

 

Herrlich traurig

Ein weiterer, großer Reiz von Doctor Who liegt in seinen Gegensätzen. Denn genauso häufig, wie man lacht, wird man auch wie ein Schlosshund heulen. Doctor Who packt seine Zuschauer nicht in Watte, ans Herz gewachsene Charaktere sterben, es ergeben sich unglaublich traurige, tragische Situationen und menschliches Leid, und zwar en gros. Ich heule jedes Mal, wenn ich sehe, wie der Doktor eine Sonne verbrennt, um sich von Rose Tyler zu verabschieden. Spätestens jede Regeneration des Doktors ist ein Abschied, nicht nur für die Zuschauer, sondern auch für die Begleiter des Doktors. Nein, reine Comedy wird hier nicht geboten. Und auch das ist gut so.

The Doctor And Rose Say Goodbye | Doomsday | Doctor Who | BBC

Hallo, ich bin Stefanie, und ich bin Doctor-Who-Fan.

 

Wo kannst Du „Doctor Who“ anschauen?

Auf Amazon kannst Du alle bisherigen Staffeln seit 2005 anschauen,*allerdings kostenpflichtig. Gleiches gilt für Maxdome*.

Netflix bietet derzeit (Stand 23.04.18) die Staffeln 5-9 an.

(*=Affiliatelink)

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Ein Kommentar

  1. Liebe Stefanie, danke für den tollen Beitrag über Doctor Who. Du hast kurz und knackig auf den Punkt gebracht, was die Serie ausmacht. Hierdurch habe ich soeben zu deiner Website gefunden und ich bin mir sicher, es wird hier noch viel mehr lesenswertes geben!

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